Wußten Sie schon? - Holunder

Botanik

In unseren Breiten kommen drei Holunderarten vor: der Zwergholunder oder Attich (S. ebulus), der Hirschholunder oder Wald-/Traubenholunder (S. racemosa) und der Schwarze Holunder - Sambucus nigra. Sie gehören zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae).
HolunderDer Schwarze Holunder wächst als 5 - 7 m hoher Strauch oder Baum. Seine graubraune Rinde ist langrissig. An den graugrünen Zweigen zeigen sich die auffallenden Rindenporen. Das weiße, fast wattig-weiche Mark ist typisch für den Holunder. Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit meist 5 eiförmig-elliptischen, zugespitzten Blättchen. Eine Vielzahl 5-zähliger, zwittriger, 5-8 mm großer Blüten bilden entständig eine 10-15 cm große Schirmrispe. Die Blütezeit ist im Juni und die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Es bilden sich 5-6 mm große, schwarzglänzende, beerenartige Steinfrüchte mit meist 3 Steinkernen. Sie sitzen auf rotvioletten Fruchtstielen.
Die Hauptverbreitung des Holunder sind Gebüsche, Weg- und Waldränder.
Die Früchte sind sehr Vitamin C haltig. Ihr intensiver Farbstoffgehalt wurde früher zur Lederfärbung genutzt. Inhaltsstoffe der Blüten werden bei Entzündungen und Erkältungskrankheiten verwendet.


Mythologie

Die Namensgebung des Holunder geht vermutlich auf die Göttin 'Die hohe Frau' - Frau Holle, Frau Holla, Frau Holda zurück. Der Wortstamm liegt im 'hold' oder 'Huld'. Die Göttin war den Menschen freundlich gesonnen und heilte Krankheiten. Sie beschützte die Tiere und Pflanzen. Die Germanen sahen im Holunder den Wohnsitz der Schutz-Göttin und brachten dort ihre Opfergaben dar. Seine meiste Verbreitung fand der Kult in Bayern, Schwaben, dem Elsaß und der Schweiz. Der Holunder wurde auch in der Nähe menschlicher Siedlungen angepflanzt. Mit der Christianisierung wurde Brauch verboten und verfolgt. Der Holunder ist aber ein Kulturfolger geblieben.
[mehr: Meißner - Frau Holle]

Holundersuppe

Die Beeren werden gewaschen und grob entstielt. In einem Topf mit Wasser die Beeren zusammen mit den Gewürzen zum Kochen bringen. Die Masse durch ein Sieb streichen, mit Rotwein (oder Wasser) auf 1 l Füssigkeit auffüllen und wieder zum Kochen bringen. Die Stärke in kaltem Wein anrühren und die Suppe binden. Anschließend mit Zucker abschmecken und leichtgerösteten Mandelblättchen (oder z.B. Keksen, Makronen) heiß (oder auch eiskalt) servieren.

Zutaten
1 kg Holunderbeeren, ca. 0,5 l Wasser, 1 Stückchen Stangenzimt, Zitronenschale, 1 Nelke, 3 EL Speisestärke, 3-4 EL (unraffinierter) Zucker oder Honig, Rotwein (es geht auch ohne Alkohol, z.B. mit Saft), 4-6 EL Mandelblättchen

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