Wußten Sie schon? - Der Meißner

Wohnsitz der Frau Holle


In der Literatur finden sich überall Hinweise auf den ‚Wohnsitz-der-Frau-Holle-Anspruch' einer Region. Die Namensgebung der Frau Holle geht vermutlich auf die Göttin 'Die hohe Frau' - Frau Holle, Frau Holla, Frau Holda zurück. Der Wortstamm liegt im 'hold' oder 'Huld'. Die Göttin war den Menschen freundlich gesonnen und heilte Krankheiten. Sie beschützte die Tiere und Pflanzen. Die Germanen sahen im Holunder den Wohnsitz der Schutz-Göttin und brachten dort ihre Opfergaben dar. Seine meiste Verbreitung fand der Kult in Bayern, Schwaben, dem Elsaß und der Schweiz. Der Holunder wurde auch in der Nähe menschlicher Siedlungen angepflanzt. Mit der Christianisierung wurde Brauch verboten und verfolgt. Der Holunder ist aber ein Kulturfolger geblieben. Damit ist es auch verständlich, daß Frau Holle in verschiedenen Regionen zu Hause ist. Der Meißner, der höchsten Erhebung in Nordhessen, mit seinen landschaftlichen Reizen, ist die Heimat der Frau Holle.

Blick vom Meißner Richtung Süden
Sie ist eine Fee und wohnt hoch oben auf dem Meißner erzählen sich die Leute. Sie nennen sie Frau Holle. Beim Kochen an ihrem großen Herd, steigen durch kleine Spalten die Küchendünste aus dem Berg und verursachen den Nebel. Tatsächlich versperren große Wolkenbänke häufig die Sicht auf den Meißner. Wenn Frau Holle ihre Betten macht, dann fliegen die Federn. Eine Erklärung für den Schneefall.
Viele Menschen kamen den Berg hinauf und fragten die Fee um Rat, wenn sie nicht mehr weiter wußten. Sie war sogar zu rabiaten Mitteln bereit, um ‚Examples zu statuieren'. Einige Männer sind für ihre Taten auf der ‚Kalbe' (unweit vom Frau Holle Teich) in Kälber aus Stein verwandelt worden. Frau Holle war auch dafür bekannt junge Mädchen bei sich aufzunehmen, die einen Schicksalsschlag hinehmen mußten. Aber unter den Frau führten Eitelkeit, Neid und Mißgunst oft zu Reibereien. Doch wenn die Holle dahinterkam, verzauberte sie die Eitelsten kurzerhand in Katzen und verbannte sie in eine Höhle, damit sie zur Besinnung kämen. Die Höhle liegt im Stangenbasalt an der Westseite des Meißners und heißt noch heute die "Kiezkammer" oder "Kitzkammer", was von "Katzenkammer" kommen soll.
In einem wunderschönen Schloß auf dem Grunde eines tiefen Teiches wohnt Frau Holle. Er heißt Frau-Holle-Teich und liegt an der Ostseite des Meißners. Bisweilen sieht man dort die schöne Frau beim Baden, und manchmal klingt auch ihre Glocke aus der Tiefe des Sees. Diese Glocke besitzt Zauberkraft: Wenn die Holle damit läutet, gehorchen ihr die kleinen Geister, seien sie nun zum Wasser, zum Feuer, zur Luft oder zur Erde gehörig. Kranke Frauen, die sie im Schloß besuchen, macht sie gesund.
Frau Holle ist Liebesbringer- und Spenderin und sie ist zusändig für die Fruchtbarkeit von Tieren und Menschen. Die kleinen Kinder kommen auch allesamt aus dem Holleteich. Auch sorgt sie für die Fruchtbarkeit der Felder. Sie fliegt in jedem Frühling über die Äcker und Weiden und segnet das Land.

Frau-Holle-Teich

Frau Holle - Holzschnitt
In einem wunderschönen Schloß auf dem Grunde eines tiefen Teiches wohnt Frau Holle.

Ein weiteres Engagament für das Wohl der Menschen ist ihr Bemühen um die Werte der Menschen. Das Flachsspinnen gehörte zum Alltag und Frau Holle achtete sehr auf den Fleiß der Mädchen und Frauen. Vergehen der Spinnerinnen wurde mit Beschmutzen des Rocks, Verhädddern des Garns oder Entzünden des Flachs bestraft. Fleißige Spinnerinnen bekamen Spindeln geschenkt, die über Nacht alleine oder durch Frau Holle die Spulen füllten.

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