Wußten Sie schon? - Malerhandwerk

Was die Kosten kosten


Ein Maler hat den Auftrag erhalten, die Wände eines Zimmers zu tapezieren und zu streichen.
Der Maler ist am nächsten Tag fertig und kassiert von Ihnen 1165,- EUR.
Sie kommen in den Raum und sehen die fertigen Wände, aber Sie sehen auch, daß der Maler alle Werkzeuge, Leiter, Kittel, leere und halbleere Farbtöpfe stehen gelassen hat.
Sie müßen selbst aufräumen. Als Normalbürger brauchen Sie die Werkzeuge und die Farbreste nicht - es bleibt nur, sie wegzuwerfen. Die Müllabfuhr ist gefordert, und weil viele Reste in der Umwelt Sondermüll sind, werden sie gesondert entsorgt.
So wäre es mit einem Maler des Unternehmens QUICK und DIRTY.

Aber bisher arbeiten die meisten Maler bei der Firma WELL und DONE.
Sie sind Fachleute auch beim Aufräumen, sie verwenden die Trittleiter, die Kittel usw. häufiger. Und sie benutzen die Farbreste bei den nächsten Aufträgen. Mit dem gleichen Sachverstand, den sie bei der Renovierung des Zimmers eingesetzt haben, beseitigen sie die Reste ihrer Arbeit.
Und dann ist der Auftrag, den Sie ihnen erteilt haben beendet.
Die Kostenrrechnung der Firma WELL und DONE wird zunächst etwas höher ausfallen, Sie sollen 1180,- EUR bezahlen. Jedoch sind die Kosten der Müllabfuhr und die Kosten des Sondermülls sehr viel geringer.

Die Gegenüberstellung der Kosten zeigt das:

Rechnung Firma QUICK und DIRTY
Bitte zahlen Sie:
Verbrauchsmaterial 300.- EUR
Arbeitstunden
Vorarbeiten 2,5 h
Malen 8 h
Aufräumen

125.- EUR
400.- EUR
....EUR
Reinigung/Lösemittel 20.- EUR
Werkzeuge/Hilfsmittel 270.- EUR
Farbreste 50.- EUR
Summe
1165.- EUR

Folgekosten:
Aufräumen des Kunden 3 h 150.- EUR
Müllentsorgung 50.- EUR
Ökotoxikologische Folgen 340.- EUR
Gesamtkosten des Auftrags
1525.- EUR

Rechnung Firma WELL und DONE
Bitte zahlen Sie:
Verbrauchsmaterial 300.- EUR
Arbeitstunden
Vorarbeiten 4 h
Malen 9 h
Aufräumen 3 h

200.- EUR
450.- EUR
150.- EUR
Reinigung/Lösemittel 50.- EUR
Werkzeuge/Hilfsmittel 30.- EUR
Farbreste ....- EUR
Summe
1180.- EUR

Folgekosten:
Aufräumen des Kunden ....- EUR
Müllentsorgung ....- EUR
Ökotoxikologische Folgen 80.- EUR
Gesamtkosten des Auftrags
1260.- EUR


Diese (fiktive) Beispiel erfaßt gut, welchen Problemen wir bei der Auswahl von Dienstleistungen und Produkten und den damit verbundenen Kosten uns gegenübergestellt sehen. Pobleme werden gerne verlagert, ohne daß Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden. (Die Diskussion um den heute aktuellen Klimawandel ist auch nicht mehr so neu...). Eine Reihe von Fachleuten hat konstruktive Vorschläge und Konzepte erarbeitet, aber im Zeitgeist keine Lobby gefunden. Folgendes, wenig nachhaltige Beispiel zeigt wie 'der-schwarze-Peter' hin- und hergeschoben wird:

Menschen haben der Chemie den Auftrag gegeben, für unseren Alltag Produkte herzustellen. Der Auftrag wird ausgeführt und gut bezahlt. Mit Schrecken sehen wir nun, daß bei der Produktion Reste angefallen sind - und wir sehen, daß die Reste für Natur und Umwelt gefährlich sind. Wir versuchen die Reste zu erfassen, zu verwalten und zu behandeln. Und dabei hält sich der Erzeuger vornehm zurück. Sie könnten die Reste mit dem gleichen Sachverstand chemisch bearbeiten, mit dem sie die Produkte hergestellt hat. Dann aber würden die Kosten der Restbehandlung, des Aufräumens, in den Kosten des Produkts enthalten sein. Die Erfahrung hat nun gezeigt, daß die Aufräumkosten bei der Chlorchemie überraschend hoch liegen. Ein Produkt wie PCB würde, inklusive Aufräumen, vielleicht zehnmal so teuer sein. Deswegen können wir uns schon mal dazu entscheiden, auf ein solches Produkt zu verzichten, - weil es zu teuer ist.
Hatten wir den Auftrag an die chemische Industrie bisher falsch formuliert, oder sind wir betrogen worden?
Wir haben zum Glück die Möglichkeit beim Kauf von Produkten / Dienstleistungen darauf zu achten, ob der Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigt worden ist und treffen entsprechende Kaufentscheidungen.

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